Beschaffungs-Playbook
Beschaffungs-Playbook für Agrarprojekte: von der Idee über Lastenheft, Gantt, Budget und Angebotsanfrage bis zur Lieferantenbewertung und Lieferung
Praxisleitfaden für die Beschaffung von Saatgut, Gewächshäusern und Bewässerung: sieben Entscheidungspunkte, Gantt-Zeitplan, Risikoregister, gewichtete Lieferantenbewertung und Abnahme – mit kostenlosen, editierbaren Vorlagen.
SeedMatchGroup-Redaktion ·

Ein Beschaffungsprojekt gelingt, wenn jede Kaufentscheidung auf schriftlichen Nachweisen beruht, in der richtigen Reihenfolge fällt und eine verantwortliche Person hat. Dieses Playbook gibt Einkäufern von Saatgut, Gewächshäusern und Bewässerung eine wiederholbare Methode: sieben Entscheidungspunkte (G0–G6), einen Zeitplan mit Abhängigkeiten, ein Risikoregister, eine gewichtete Lieferantenbewertung und Abnahmekriterien – mit SeedMatch-Werkzeugen und Vorlagen.
Was dieses Playbook ist – und was nicht
Eine Arbeitsmethode für professionelle Erzeuger, Agrarunternehmen, Investoren und öffentliche Programme. Sie ergänzt unseren Beitrag zum Wissenszentrum. Sie ersetzt weder Fachplanung, agronomische Beratung, Rechtsprüfung noch Finanzierungszusage.
Die sieben Entscheidungspunkte
Ohne Nachweis kein Weiter: Eine fehlende Wasseranalyse oder ein fehlendes Saatgutzertifikat bleibt als offen markiert und wird nicht geschätzt.

G0 – Idee und Geschäftszweck
Ein Satz zu Kultur, Menge, Markt und Termin sowie der Name der budgetverantwortlichen Person. Der Gewächshaus-ROI-Rechner prüft Szenarien, er verspricht keine Rendite.
G1 – Lastenheft
Saatgut: Art, Sorte, Bestimmungsland, Mindestkeimfähigkeit und -reinheit, Prüfmethode – etwa nach den ISTA-Regeln – und Bezugsbasis der Reinheit (Masse oder Anzahl). Sortenzertifizierung kann den OECD-Saatgutsystemen folgen. Bewässerungsplanung: datierte Laborwasseranalyse und Wasserbedarf, z. B. nach FAO-Papier 56. Gewächshaus: Nutzfläche, Klima, Netzanschluss, Zufahrt.
Der öffentliche Saatgutplaner (englische Oberfläche) zeigt seine Rechnung: 1 ha × 10.000 Pflanzen/ha ÷ (0,80 × 1,00 × 0,90) = 13.889 Samen; für hypothetische 2 ha: 20.000 ÷ 0,72 = 27.778. Beispielwerte, keine Anbauempfehlung.

G2 – Gantt-Zeitplan
Rückwärts planen ab dem Aussaatfenster: späteste Saatgutankunft minus Zollabfertigung, Transport und Vorbereitung. Jede Dauer als lieferantenbestätigt oder angenommen kennzeichnen. Der kostenlose Projektbereich (Anmeldung erforderlich, keine Zahlung) bildet Aufgaben, Teilaufgaben und Abhängigkeiten im Gantt ab – mit Vorlagen für Saatgut, Gewächshaus, Bewässerung oder Aufbereitung.
G3 – Budget
Investitionen und Betriebskosten trennen, jeden Preis mit Währung und Datum versehen und geschätzt, angeboten, beauftragt und ist getrennt führen. Die Reserve wählen Sie selbst und begründen sie. Der Gewächshaus- und Bewässerungskostenrechner rechnet mit Ihren Preisen.

G4 – Angebotsanfrage
Identischer Umfang für alle Bieter: Mengen, Spezifikationen, Währung, Incoterm, Montage, Gewährleistung, Dokumente und Ausschlussliste. Für Saatgut Zertifikat, Partie, Herkunft und Pflanzengesundheitsweg anfordern; die nationale Pflanzenschutzorganisation bestätigt die Anforderungen. Der RFQ-Builder erstellt eine private Anfrage, die ein Spezialist vor jedem Lieferantenkontakt prüft.
G5 – Lieferantenbewertung
Kriterien und Gewichte vor dem Öffnen der Angebote festlegen, dann auf gleiche Währung, Stichtag und Umfang normalisieren. Hypothetisch 30/25/15/15/15: Angebot A mit 4, 3, 4, 3, 5 → 3,75; Angebot B mit 3, 5, 3, 4, 3 → 3,65. Das günstigere Angebot verliert wegen technischer Lücken.
G6 – Lieferung und Abnahme
Abnahme vor der Schlusszahlung definieren: Druck-, Gleichmäßigkeits- und Filtertests, Übergabe von Gewächshaus und Klimatechnik, Abgleich der Saatgutpartien mit den Zertifikaten.
Risikoregister pflegen
Wahrscheinlichkeit × Auswirkung (je 1–5). Hypothetisch: Keimfähigkeit unter Spezifikation (2 × 5 = 10), unbekannte Wasserqualität (3 × 4 = 12), phytosanitäre Verzögerung (3 × 3 = 9). Jedes Risiko braucht Frühwarnzeichen, Maßnahme und Verantwortliche.

Editierbare Vorlagen
Vier kostenlose CSV-Dateien; Beispielzeilen sind hypothetisch.
- Checkliste Entscheidungspunkte (G0–G6)
- Risikoregister
- Lieferantenbewertung (gewichtet)
- Zeitplan / Gantt-Aufgaben
- CSV · öffnet in Excel, Google Sheets oder LibreOffice · englische Spaltenköpfe
Unterschied zu allgemeiner Projektsoftware
Allgemeine Tools sind flexibel und bei Zusammenarbeit und Integrationen oft stärker. SeedMatch ergänzt Agrarkontext: Branchenvorlagen, Budget mit getrennten Plan- und Istwerten, manuellen Angebotsvergleich und menschliche Prüfung. Lieferanten werden ohne Freigabe nicht offengelegt.
Finanzierung nur, wo sie zutrifft
Das Finanzierungszentrum beschreibt Wege, stets vorbehaltlich der Zusage des jeweiligen Anbieters.
Fragen von Einkäufern
- Was gehört in ein Lastenheft für Saatgut oder Bewässerung?
- Art und Sorte, Mindestkeimfähigkeit und -reinheit mit Prüfmethode, datierte Wasseranalyse, Wasserbedarf, Mengen, Lieferbedingungen, Gewährleistung und eine Ausschlussliste.
- Wie erstelle ich eine Lieferantenbewertung?
- Kriterien und Gewichte vorab festlegen, Angebote normalisieren, 1–5 bewerten, gewichten und summieren – die Vorlage zum Download hilft dabei.
- Was ist ein Risikoregister?
- Eine laufend gepflegte Liste der Risiken mit Wahrscheinlichkeit, Auswirkung, Frühwarnzeichen, Maßnahme und Verantwortlichen.
- Ist der Projektbereich kostenlos?
- Ja, nach Anmeldung. Rechner und Vorlagen sind öffentlich.
