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RFQ Guide· Oct 2026·13 min

Agri-PV beschaffen: Regeln nach Land, Ausschreibungs-Checkliste und Angebotsvergleich

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Wie landwirtschaftliche Betriebe Agri-PV und Solaranlagen für Bewässerung einkaufen: EEG, DIN SPEC 91434 und Höhenanforderungen in Deutschland, die französischen und japanischen Regeln, was in die Anfrage gehört und wie Angebote nach Ertragswirkung und Lebenszykluskosten verglichen werden.

Direkte Antwort

Wie hoch müssen Agri-PV-Module in Deutschland aufgeständert sein?

Für den gesonderten Höchstwert bzw. Agri-PV-Bonus nach dem EEG in der Fassung des Solarpakets I mindestens 2,10 m lichte Höhe, bei ausschließlich senkrechter Ausrichtung mindestens 0,80 m. Zusätzlich gelten die Festlegungen der Bundesnetzagentur mit Verweis auf DIN SPEC 91434.

Hoch aufgeständerte Solarmodule über Gemüsereihen, darunter fährt ein Traktor
Illustration: Hoch aufgeständerte Agri-PV erhält die Befahrbarkeit. Höhe, Flächenverlust und Ertragsnachweis regelt jedes Land anders.

Kurzantwort

Agri-PV heißt: Pflanzenbau und Solarstrom auf derselben Fläche. Vor dem Angebotsvergleich ist meist die regulatorische Frage entscheidend. In Deutschland hängt die Förderung nach EEG 2023 davon ab, dass die landwirtschaftliche Hauptnutzung nach den Festlegungen der Bundesnetzagentur und DIN SPEC 91434 erhalten bleibt; für den gesonderten Höchstwert bzw. Agri-PV-Bonus gilt eine lichte Höhe von mindestens 2,10 m (bei rein senkrechter Aufständerung 0,80 m). Frankreich und Japan setzen eigene Grenzen für Flächenverlust, Überdeckung und Ertrag. Schreiben Sie die geltenden Regeln in die Anfrage, lassen Sie jeden Bieter den Nachweis führen und vergleichen Sie Ertragswirkung, Energieertrag, Lebenszykluskosten und Haftung für die Compliance — nicht nur den Preis pro kWp.

Über diesen Leitfaden

Autor: Redaktion SeedMatch Group. Quellen geprüft: 25. Oktober 2026 (amtliche Quellen am Ende). Umfang: gewerbliche Projekte ab rund 250.000 USD — hoch aufgeständerte Agri-PV, senkrechte bifaziale Reihen, PV am Gewächshaus und solare Bewässerungspumpen. Allgemeine Beschaffungsinformation, keine Rechts-, Steuer- oder Ingenieurberatung; prüfen Sie den aktuellen Stand bei der zuständigen Stelle.

Vier Projekttypen, vier Anfragen

ProjekttypEinsatzEntscheidende VorgabeHauptrisiko
Hoch aufgeständert über KulturenAcker, Gemüse, ObstLichte Höhe, Reihenabstand, Licht für die KulturErtragsminderung, eingeschränkte Befahrbarkeit
Senkrechte bifaziale ReihenAcker, GrünlandReihenabstand zur ArbeitsbreiteWeniger Energie je Hektar, Windlasten
PV am oder neben dem GewächshausUnterglasLichtdurchlässigkeit zum LichtbedarfLichtmangel im Winter
Solare BewässerungFeld- und DauerkulturenTageswasserbedarf, Betriebspunkt, SpeicherUnterdimensionierung, fehlende Reserve

Regeln, die vor der Ausschreibung feststehen müssen

### Deutschland

Das EEG 2023 fördert Agri-PV als „besondere Solaranlage“ auf Ackerflächen mit gleichzeitigem Nutzpflanzenanbau, auf Flächen mit Dauer- oder mehrjährigen Kulturen und auf Dauergrünland, jeweils für Anlagen mit Inbetriebnahme bzw. Gebotstermin ab dem 1. Januar 2023. Die Flächen müssen den Festlegungen der Bundesnetzagentur genügen, die auf DIN SPEC 91434:2021-05 verweisen. Seit dem Solarpaket I (in Kraft seit 16. Mai 2024) gibt es ein eigenes Zuschlagsverfahren für dieses Segment; der gesonderte Höchstwert bzw. Agri-PV-Bonus setzt eine lichte Höhe von mindestens 2,10 m voraus, bei ausschließlich senkrechter Ausrichtung mindestens 0,80 m (Clearingstelle EEG|KWKG). Für die Anfrage: DIN-SPEC-Kategorie, lichte Höhe und den Nachweis der landwirtschaftlichen Hauptnutzung verbindlich fordern.

### Frankreich

Das Dekret Nr. 2024-318 vom 8. April 2024 verlangt, dass die Landwirtschaft Haupttätigkeit bleibt: höchstens 10 % der überdeckten Fläche dürfen unbewirtschaftbar werden; Anlagen über 10 MWp außerhalb der Erlassregelung für bewährte Technik sind auf 40 % Überdeckungsgrad begrenzt; der Hektarertrag muss über 90 % einer Referenzfläche liegen. Es folgen regelmäßige Kontrollen und eine jährliche Meldung an die ADEME (Légifrance).

### Japan

Für 営農型太陽光発電 benötigen die Stützen eine befristete Umwidmungsgenehmigung nach dem Agrarflächengesetz, in der Regel bis drei Jahre, unter bestimmten Bedingungen bis zehn Jahre. Seit 1. April 2024 stehen die Kriterien in der Durchführungsverordnung mit einer MAFF-Leitlinie; ein Ertragsrückgang von etwa 20 % oder mehr gegenüber dem Gemeindedurchschnitt gilt als nicht ordnungsgemäße Bewirtschaftung (MAFF).

### Indien, USA und weitere Märkte

In Indien fördert PM-KUSUM Solaranlagen von Landwirten (bis 2 MW auf Brachflächen), netzunabhängige Solarpumpen und die Solarisierung netzgebundener Pumpen über Landesagenturen. In den USA bietet USDA REAP Zuschüsse bis 50 % der förderfähigen Kosten und Kreditbürgschaften. Für Spanien, Portugal, Mexiko, Kanada, die VAE, Südafrika, Kenia und Uganda haben wir am 25. Oktober 2026 kein eigenes nationales Agri-PV-Regime vergleichbar mit Frankreich oder Japan gefunden — das ist eine Prüflücke, kein regelfreier Raum. In Brasilien gilt für netzgekoppelte Anlagen in der Regel das Gesetz 14.300/2022 zur dezentralen Erzeugung.

Checkliste für die Anfrage

  • Standort: Flächen, Hangneigung, Boden, Wind- und Hochwasserlage, Zufahrten, vorhandene Bewässerung.
  • Anbauplan: Kulturen, Fruchtfolge, Arbeitsbreiten und -höhen der Maschinen, Lichtbedarf.
  • Regulatorisches Ziel: geltende Regel (z. B. DIN-SPEC-Kategorie) und wer die Antragsunterlagen erstellt.
  • Energienutzung: Eigenverbrauch (Pumpen, Kühlung, Klima), Einspeisung oder beides; Lastgang nach Monat und Stunde.
  • Netz: Anschlusskapazität, Verfahren des Netzbetreibers, Einspeisegrenzen.
  • Tragwerk: lichte Höhe, Reihenabstand, Gründung, Korrosivitätskategorie, Wind- und Schneelasten.
  • Komponenten: Modul-, Wechselrichter- und Tracker-Spezifikation mit Zertifikaten (z. B. IEC 61215, IEC 61730, IEC 62109).
  • Bewässerung: Tageswassermenge, Förderhöhe, Betriebspunkt, Wasserspeicher gegenüber Batterie, Reserve.
  • Monitoring: Energiemessung, Ertragsmonitoring, ggf. Referenzfläche.
  • Lieferung und Abnahme: Incoterm, Montage, Inbetriebnahme, Abnahmekriterien.
  • Service: Gewährleistung, Ersatzteile vor Ort, Reaktionszeiten, Wartungspreis.

Angebote vergleichbar machen

KriteriumFrage an jeden BieterWarnsignal
ComplianceNachweis gegen die geltende Regel (Höhe, Überdeckung, Ertrag)„Compliance ist Sache des Auftraggebers“ ohne Nachweis
ErtragswirkungLicht für die Kultur je Saison, BerechnungsgrundlageErtragsangabe ohne Methode
EnergieertragSimulation mit Verlusten und DegradationNur kWp-Angabe
LebenszykluskostenCapex, Wartung, Wechselrichtertausch, RückbauNiedriger Capex, Wartung nicht bepreist
SchnittstellenWer verantwortet Bewässerung, Netz, Tiefbau, GenehmigungLücken zwischen Losen

Abwägungen

  • Höhe gegen Kosten: Mehr lichte Höhe sichert Befahrbarkeit und ggf. den Bonus, erhöht aber Stahl, Gründung und Windlasten.
  • Belegungsdichte gegen Licht: Mehr Module bringen mehr Strom und weniger Licht für die Kultur.
  • Fest, senkrecht oder nachgeführt: Tracker steuern die Verschattung, bringen aber Wartungsaufwand.
  • Batterie oder Wasserspeicher: Für Pumpen kann ein Wasserspeicher die einfachere Lastverschiebung sein — beides über den Lebenszyklus vergleichen.

Beschaffungs- und Importrisiken

  • Herkunft von Zellen und Modulen sowie Zölle und Handelsschutzmaßnahmen vor Vergabe vom Zollberater prüfen lassen.
  • Prüfzertifikate für das konkrete Modell verlangen, nicht für eine Produktfamilie.
  • Korrosionsschutz für Düngung, Tierhaltung oder Küstenlage festlegen.
  • Pacht, Bewirtschaftungspflicht und Genehmigungsauflagen aufeinander abstimmen, wenn Eigentümer, Landwirt und Betreiber verschieden sind.
  • Klären, wer Wechselrichter und Tracker vor Ort repariert.

Was SeedMatch Group macht — und was nicht

Bei geeigneten Projekten ab 250.000 USD prüft eine Sourcing-Spezialistin bzw. ein Spezialist Ihre Anfrage, lädt passende Anbieter ein und stellt die Angebote vergleichbar gegenüber. Für Käufer ist das kostenlos; die Kommunikation läuft über SeedMatch Group, nicht direkt zwischen Käufer und Anbieter. SeedMatch Group ist weder Installateur, EPC-Unternehmen, Netzbetreiber, Kreditgeber noch Rechtsberater und garantiert keine Genehmigungen, Förderungen, Erträge, Strommengen, Preise oder Termine.

Werkzeuge und nächste Schritte

Systemoptionen im Solar Agriculture Center und im Solar-Gewächshaus-Hub; Lasten mit Energie für Wasserpumpen, Bewässerungsenergie und den Notstrom-Rechnern abschätzen; Finanzierung mit dem Projektfinanzierungsrechner testen. Danach die Anfrage im RFQ-Builder aufsetzen oder eine Projektprüfung anfragen. Verwandt: Energieeffizienz im Gewächshaus in Deutschland.

Quellen (geprüft am 25. Oktober 2026)

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch müssen Agri-PV-Module in Deutschland aufgeständert sein?
Für den gesonderten Höchstwert bzw. Agri-PV-Bonus nach dem EEG in der Fassung des Solarpakets I mindestens 2,10 m lichte Höhe, bei ausschließlich senkrechter Ausrichtung mindestens 0,80 m. Zusätzlich gelten die Festlegungen der Bundesnetzagentur mit Verweis auf DIN SPEC 91434.
Welche Flächen sind nach EEG 2023 für Agri-PV förderfähig?
Ackerflächen mit gleichzeitigem Nutzpflanzenanbau, Flächen mit Dauer- oder mehrjährigen Kulturen und Dauergrünland mit gleichzeitiger landwirtschaftlicher Nutzung, für Anlagen mit Inbetriebnahme bzw. Gebotstermin ab dem 1. Januar 2023.
Was gehört in eine Agri-PV-Ausschreibung?
Standort- und Anbaudaten, das regulatorische Ziel, die Energienutzung, Netzanschluss, Tragwerk und Komponenten mit Zertifikaten, Monitoring, Abnahmekriterien und Service — damit alle Angebote auf derselben Grundlage verglichen werden können.
Installiert SeedMatch Group Agri-PV-Anlagen?
Nein. SeedMatch Group prüft geeignete Projektanfragen ab 250.000 USD, lädt passende Anbieter ein und vergleicht deren Angebote kostenlos für den Käufer. Installation, Genehmigung und Förderung verantworten die Vertragspartner bzw. Behörden.
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